Jetzt geht’s echt um Gesundheitsschutz

Am 26.03., also am letzten Schultag vor den Osterferien, erhalten die Eltern der schulpflichtigen Kinder in NRW eine Mail des Schulministeriums, in dem auf die Fortführung der Tests und des Wechselunterrichts bis zum 23.04. hingewiesen wird.

Am 30.03.21 erklärt Armin Laschet in der Talkshow Markus Lanz: „Im Gegensatz zum Vorjahr gehe es jetzt nicht mehr darum, ob die Kinder in NRW keine gute Bildung bekämen, weil sie zu Hause nicht so gut lernen könnten, sondern ‚jetzt geht‘s echt um Gesundheitsschutz‘“.

An Gründonnerstag (01.04.2021), an dem das RKI in seinem Wochenbericht eine Positivrate für Kinder von 5-14 in KW 12 anzeigt, die dem Durchschnitt der Bevölkerung entspricht und nachweislich (!) kein erhöhtes Infektionsgeschehen darstellt, lässt Armin Laschet seine Schulministerin verkünden, dass er eine Testpflicht an Schulen einführen wird. Auf der Ministeriumsseite heißt es vage: „eine weitere Voraussetzung, damit möglichst viel Unterricht in Präsenz stattfinden kann.“

Es wird hierzu keine Argumentation vorgelegt und keine Strategie erläutert. Es wird kein Anreiz zum Testen, keine Perspektive für Eltern und Schüler eröffnet.

Am 06.04., verkündet Laschet dann das, was das Schulministerium bereits seit dem 15.03. umsetzt und bereits in der Schulmail angekündigt hat: Wechselunterricht und Test.

Nach 17 Wochen ohne Schulalltag

Mir ist wirklich schleierhaft, wie es sein kann, dass Laschet sich mit so viel unverarbeitetem Stückwerk den Eltern und Kindern zumutet, die seit November 2020, also seit bald einem halben Jahr nicht mehr ihrem beruflichen und schulischen Alltag nachgehen können!?!

Ich gehe davon aus, dass Laschet nicht von parteipolitischem Kalkül getrieben ist, denn dies wäre angesichts seines moralischen Rufs „Jetzt geht’s echt um Gesundheitsschutz“ natürlich unangemessen.

Mein Vorschlag:

  • Nach Ostern für 2 weitere Wochen Wechselunterricht mit Masken und Tests.
  • Auswertung und Offenlegung relevanten Infektionszahlen der KW 12 (KW 13 und KW 14 Osterferien), KW 15 und KW 16 am WE 23.04. – 25.04. (Positivrate, Intensivbettenbelegung, Impffortschritt, Häufigkeit schwerer Verläufe bei Eltern, etc.)
  • Schrittweise Rückkehr in die Vollpräsenz (z.B. täglich 4 Stunden) Unterricht für alle Schüler in NRW ab KW 17 oder 18.
  • Wiederherstellung einer Verlässlichkeit für Familien (Betreuung oder Schule bis zur 6. Klasse) unabhängig vom Unterrichtsmodell für KW 15 für die Zeiten täglich 8 bis 12 Uhr.

PS: Es wird das Thema Gleichbehandlung von Wirtschaft (Erwachsene) und Schule (Kinder) beim Thema Masken- und Testpflicht von Laschet nicht angesprochen. Die Kritik daran muss sich Laschet von allen Lagern der tief gespaltenen Elternschaft gefallen lassen.

PPS: Seit dem 16.03.21 verweist das RKI täglich auf die lebenden Leitlinien, um einen möglichst kontinuierlichen Betrieb von Kitas und Schulen gewährleisten zu können. Wir als Elterninitiative #KinderBrauchenSchule verweisen seit dem 08.02.21 auf diese Leitlinien.

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Über Marit

70er/80er: Aufgewachsen in einem niedersächsischen Dorf im Landkreis Stade. 90er: ein Jahr Argentinien, 1. Studium in Münster. 00er: 2. Studium (Informatik) und Selbständigkeit. 10er: Familie und Unternehmen. Schon immer: Interesse an Politik und Mitgestaltung

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