BYOD

Schon eine volle Woche findet nun wieder täglich Unterricht für alle Kinder statt. Vieles ist unklar, aber das ist erstmal egal: Findet der Musikunterricht nicht statt wegen Corona oder weil die Lehrerin krank ist, Sport im Freien oder doch nicht – wegen Corona oder trotz Corona? Alle Lehrer in der großen Lehrerkonferenz in einem Raum? Bei einem Coronafall wird dann doch lieber die ganze Schule geschlossen? Erstmal ist der neue Zustand eine Wohltat – nach über 22 Wochen. Das Ministerium hat zwischenzeitlich eine Handreichung veröffentlicht: Zum Präsenzunterricht kommt der Distanzunterricht hinzu.

Beide sollen künftig gleichwertig gesehen und rechtlich verankert sein. Die Verordnung hierzu ist noch nicht vom Landtag (Ausschuss für Schule und Bildung) verabschiedet, dennoch sind die Schulleitungen bereits aufgefordert alle Maßnahmen vorzubereiten, um im Falle des Falles vom Präsenzlernen auf das Distanzlernen umzuswitchen. Die Kinder bringen jetzt Fragebögen mit nach Hause.

Kann ich mein Kind bei der technischen Umsetzung des Distanzlernen unterstützen? Kann ich ihm einen ruhigen Arbeitsplatz zu Hause zur Verfügung stellen? Soll mein Kind lieber einen Arbeitsplatz in der Schule nutzen und könnte es sein eigenes Gerät mitbringen?

Bring your own Device (BYOD). Nein, noch ist es keine Aufforderung, sondern nur ein mögliches Szenario. Die Schulen und die Schulträger und deren kommunale IT-Dienstleister möchten sich ein Bild machen. Doch, wie kann gearbeitet werden, wenn Kinder mit unterschiedlich alten Rechnern, kleinen und großen Displays, kunterbunten Softwareversionen daherkommen? Wie sieht es mit Netzsicherheit, Antivirenprogrammen und privaten Daten auf den own Devices aus?

Eine Frage könnte dem Fragebogen zum Distanzlernen evt. hinzugefügt werden:

Hätten Sie Interesse sich hinsichtlich der technischen Computereinrichtung für den Distanzunterricht mit Ihrem Kind gemeinsam vorzubereiten und dazu eine Schulung zu besuchen?

Eltern mit auf den Weg zu nehmen: Gemeinsam könnten Eltern und Kinder ihre Rechner einrichten und geschult zu werden. Das würde Hardwareressourcen schonen. Eltern könnten by the way etwas zum Thema Datenschutz lernen und ihre Kinder besser technisch aber auch pädagogisch unterstützen (oder auch anders herum).

Es wäre schön, wenn Medienkonzepte der Schulen auf den Websites der Schulen verlinkt werden, ebenso die Pläne zur Vorbereitung des Distanzunterrichts. Eltern sind bei der Einführung des Distanzunterrichts wichtige Partner mit großem Informationsbedarf.

Distanzunterricht – Verordnungsentwurf
Distanzunterricht – Handreichung des Ministeriums

Ein Gedanke zu „BYOD

  1. Genau so, Marit. Im übrigen entstünden qualifizierte Arbeitsangebote, wenn der Switch nicht lieber durch ein Fleißkärtchen für Ehrenamtliche abgegolten werden soll.

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