Kommunalwahl

Kommunalwahl

Wenn Ihr diese Zeilen lest, befindet sich Münster kurz vorm Kommunalwahlfinale in Form der Stichwahl zum Oberbürgermeister zwischen Markus Lewe und Peter Todeskino. Und, egal, wie die Nummer ausgeht und ganz gleich, wer demnächst mit welcher Mehrheit im Rat regiert: Kein Kirchturm wird umfallen und die Autos werden auch irgendwie weiter fahren.

Es empfiehlt sich daher, einmal die Käseglocke über unserer privilegierten Existenz zu lüften und (zumindest virtuell) über den Tellerrand zu krabbeln, um einmal die Nase in den Wind zu halten, der uns von Südwest entgegenweht. Wir schauen uns die Situation in einer Münster vergleichbar großen Stadt im Ruhrgebiet an: Gelsenkirchen.

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Gute alte Eisenbahn

Gute alte Eisenbahn

Was erklärt der Herr wohl der Dame, die reisefein auf dem Bahnsteig stehen? Dass die Triebräder tatsächlich größer sind als er, nämlich 2 Meter? Dass die Schnellzuglok nachher mit 140 km/h auf die Strecke gehen wird? Dass der Heizer in den nächsten Stunden 10 Tonnen Kohle vom Tender in die Feuerung schaufeln wird – dass 38 cbm Wasser die Kraft für die 1800 PS starke Maschine liefern werden? Sie waren stählerne Kraftwerke, die Loks, In meiner Kindheit Inbegriff des Reisens und der Güterbeförderung

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Das grüne Haus

Das grüne Haus

Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen und haben sich, eh man es denkt, gefunden (frei nach Goethe).

Habe nun-ach, Waldwirtschaft gelernt und Kunstgeschichte studiert mit heißem Bemühen und sehe doch, dass wir nichts Rechtes schaffen können. Der kleine Gott der Welt bleibt stets vom gleichen Schlag, er schaffet wunderlich, vom ersten bis zum letzten Tag (wieder inspiriert vom selben). 

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Das erste Einkaufserlebnis

Das erste Einkaufserlebnis

Als ich vor fast 27 Jahren aus Marokko nach Deutschland gekommen bin, um hier zu studieren, hatte ich keine Ahnung von Deutschland und ich konnte kein Wort Deutsch. Als ich die deutsche Sprache zum ersten Mal hörte, klang das für mich wie chinesisch. Ich dachte: „Das werde ich niemals verstehen!“ Allerdings befand ich mich zu dem Zeitpunkt bereits in Deutschland. Mir war klar, dass ich Deutsch lernen muss, um ein Studium aufzunehmen. Und so meldete  ich mich in einem Sprachkurs an.

Am Anfang empfand ich die Schule sehr kompliziert und hatte viele Schwierigkeiten. Doch mit der Zeit hat sich das verändert und es fing an, mir Spaß zu machen. Was mir besonders in der Schule gefiel, war die internationale Kulturvielfalt. Man fühlte sich überhaupt nicht fremd, obwohl man aus einem anderen Land kam. Man lernte viele neue Leute kennen, die aus aller Welt kamen. Dort habe ich viele Austauschschüler kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Man lernte jeden Tag etwas Neues dazu. 

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Sonntagskind

Wie in der vorletzten Woche berichtet, habe ich mich das erste Mal seit vielen Jahren beworben, da mein Job im Reiseverkehr, den ich seit etwa 17 Jahren ausübe, aufgrund von Corona wackelte.
Nachdem ich meine Bewerbungsunterlagen auf den neusten Stand gebracht und per E-Mail versendet hatte, passierte natürlich erstmal nichts. Aber dann, nur zwei Tage später, klingelte mein Telefon: unbekannte Nummer, passende Vorwahl, mein Herzchen machte einen Sprung.

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Verkehr – Teil 3

Letzte Woche gab es, entgegen meiner Ankündigung, von mir nichts zu lesen – der Veranstaltungskalender füllt sich langsam wieder, so dass die na dann… das Seiten-Ziel bereits erreicht hatte, bevor mein Artikel fertig war.
Nun also diese Woche ein paar Gedanken zum ÖPNV in Münster, insbesondere im Südosten, wo wir seit über 20 Jahren wohnen.
Mittlerweile hat es sich ja auch hier in der Provinz herumgesprochen, dass ein modernes, gut mit anderen Verkehrsmitteln vernetztes Bahnsystem eine hervorragende Möglichkeit ist, um die Leute zum Umstieg aus dem Privatwagen zu bewegen. Umweltfreundlich, leistungsfähig und auf eigener Trasse – ein Traum für die zeitgemäße Infrastrukturplanung.

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Grüße von der Insel #21

(mex) Freitag, der 4. September 2020. Der Kai-ser ist zurück. Nicht Wilhelm. Nicht Franz. Ge-nau, der Roland! Und damit, so jubelt die Pres-se, scheint eine monatelange Durststrecke überwunden. Im Tagesspiegel heißt es gar mitten auf der Titelseite, neben einem gigantischen Foto des jugendlichen Künstlers ironisch-trocken „Es geht schon wieder los…“, Die B.Z. empfängt „ein Zeichen der Hoffnung“ und während die Berliner Zeitung den Meister mit „sowas von glücklich“ zitiert, erklärt die Bildzeitung die Konzertsaison triumphierend für eröffnet.

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Atem- und Stimmtraining im Yoga-Zentrum (3/3)

Atem- und Stimmtraining im Yoga-Zentrum (3/3)

(sirk) Der erste Tag im Yoga-Haus an der Nordsee. Ja, Self-Care ist das Thema. Und Self-Care ist das Codewort für den Rückzug ins eigene Ich. Denn wer gesund und glücklich sein möchte, kommt um die Selbstfürsorge nicht herum. Sogar die Weltgesundheitsorganisation sieht Selbstpflege als Maßnahme, gesund zu bleiben, Krankheiten vorzubeugen oder mit einer Krankheit umzugehen. Menschen, die Kranke oder Behinderte betreuen, werden regelmäßig angehalten, sich bei der Pflege nicht selbst zu vergessen, und Burn-out-Patienten müssen lernen, sich wieder zu spüren. In der gesamten Antike galt die „cura sui“ als eine grundlegende Verhaltensregel, und der Philosoph Michel Foucault sah die Selbstsorge gar als Imperativ, der alle Formen des Verhaltens zu begleiten habe, unabhängig von Alter und sozialem Status. Bei mir startet Self-Care heute um 20 Uhr mit dem ersten Workshop – im Yoga-Zentrum an der Nordsee.

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Country House

Country House

Zugegebenermaßen lebe ich mit meinen Töchtern nicht richtig ländlich und auch nicht auf einem Bauernhof oder Ähnlichem. Wir bewohnen mein Elternhaus, das in Bocholt am nördlichen Rand steht. Von unserem Zuhause aus sind die Kinder innerhalb von 7 Minuten mit dem Rad an ihrer Schule, die Innenstadt mit dem Wochenmarkt ist ebenfalls so weit entfernt. Für einen Spaziergang durch Wald und Wiese laufen wir genau 300 Meter. Ab dort sieht man nur noch Felder.

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Grüße von der Insel #20

Grüße von der Insel #20

(mex) Der große Udo Lindenberg hat sich zu Wort gemeldet. Der Deutschen Presseagentur diktierte er: „Nur, wenn wir alle cool bleiben und uns an die Regeln halten, können wir das Ding unter Kontrolle kriegen. Wenn die hirntoten Risikopiloten durch die Aerosole zischen, wird es ganz viele noch erwischen. Wir brauchen die kollektive Mega-Power, also: Maske auf und mit panischer Konsequenz da durch!“ Kann eigentlich jemand diese Zeilen lesen, ohne parallel dazu die Message mit der legendären, zärtlich-rauen Nuschelstimme Lindenbergs zu verbinden. Da wird direkt ein Song draus. Aber Hallöchen.

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